Die richtige Scheibentönung für den vollen Durchblick im Wald

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In der Wald- und Forstwirtschaft liegen wetterbedingt oft unterschiedliche Lichtbedingungen vor, weshalb hier neben den klassischen Arbeitsschutzbrillen mit farbloser Scheibe auch unterschiedliche Scheibentönungen Anwendung finden.

Im nachfolgenden Beitrag stellt Prof. Dr. Bombosch die Anwendungen und Vorteile von getönten Arbeitsschutzbrillen für die Wald- und Forstwirtschaft vor. Die positiven Eigenschaften von speziell getönten Scheiben lassen sich jedoch auch auf viele andere Branchen und Berufsfelder übertragen, bei welchen ähnlich wechselnde oder unzureichende Lichtbedingungen vorliegen.

In der forstlichen Praxis tauchen in den Unfallstatistiken Stürze bei der Holzernte mit rund 25% der Unfälle an zweiter Stelle auf. Schon 1990 bemerkte Gunther Salow in seiner Arbeit „Entwicklung einer Checkliste für den Unfallhergang bei motormanuellen Holzernteverfahren“, dass der Gesichtsschutz (z.B. ein Gittervisier) wegen seiner Sichtbehinderung und bis zu 50% Lichtreduktion maßgeblichen Anteil am Unfallgeschehen hat.

Auch im Bereich der hoch mechanisierten Holzernte mit Harvestern ist das Auge das am meisten beanspruchte Sinnesorgan, das dem Maschinenführer die Qualitätsansprache und viele Entscheidungen für Steuerungsaufgaben maßgeblich ermöglicht.

Klimatische und tageszeitliche Einflüsse stellen darüber hinaus hohe Anforderungen an den Bediener dieser Maschinen, die nicht zuletzt in Ermüdung und Fehlsteuerungen münden. Maschinenführer und Forstbedienstete sind daher gut beraten, sich durch die Wahl einer geeigneten Brille zu schützen und zu entlasten. Umfangreiche Studien der HAWK Fachhochschule Göttingen – Fakultät für Ressourcenmanagement, empfehlen beim Gesichtsschutz den Augenschutz in den Vordergrund zu stellen und hierfür eine Arbeitsschutzbrille mit spezieller Scheibentönung einzusetzen.

 

Varianten getönter Scheiben

Ausgehend vom Bereich der optimalen Wahrnehmungsempfindlichkeit des Auges bei einer Wellenlänge von 555nm (Gelbbereich: 550 – 590nm) finden sich eine Reihe sehr guter Brillen mit entsprechend getönten Gläsern.

Schutzbrillen mit einer sog. Ambertönung (gelbe Scheibe) führen zu einer helleren Wahrnehmung der Umgebung, zu höheren Kontrasten und zu einem verbesserten räumlichen Sehen. Ein 100% UV–Schutz bis 400nm sollte dabei immer gewährleistet sein, welchen uvex bei allen Polycarbonatscheiben anbietet. Diese Brillen gibt es beschlagfrei (dauerhaft bis extrem Antifog) und kratzfest.

 

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Abbildung 1 links: Maschinenführer mit einer Gelbglasschutzbrille – rechts: uvex i-3 mit Ambertönung

 

Nach den bislang erworbenen Erfahrungen sind Brillen mit Ambertönung im geschlossenen Bestand und bei diesigen/dämmerigen Tages- und Wettersituationen für Jedermann im Wald zu empfehlen. Speziell bei Freischneiderarbeiten sollte weiterhin darauf geachtet werden, dass die Brille noch einen stabilisierenden Rahmen, sowie eine Beschussfestigkeit über der Norm von 45 m/s besitzt.

Interessant ist auch ein weiterer Bereich, der geprägt ist durch viel Licht und/oder Sonnenschein, wie es bspw. auf der Freifläche oder beim Maschineneinsatz vorkommen kann. uvex bietet hierfür Schutzbrillen mit sog. braun getönten Scheiben an. Farbmetrisch wird eine Farbe dann als Braun angesehen, wenn sie durch Abmischen einer warmen Farbe (z.B. Gelb, Orange oder Rot) mit Schwarz entstanden ist. Der Effekt dieser Brillen ist entspanntes Sehen bei hohen Lichtintensitäten und Kontrasten, wobei das plastische Sehen deutlich verbessert wird. Eine Wahrnehmung von Signalfarben bleibt gewährleistet.

Schutzbrillen mit einer grauen Tönung reduzieren maßgeblich den Lichtdurchtritt (die Transmission) in unterschiedlichem Maß. In Kombination mit einer Verspiegelung (z.B. Silberspiegel) werden störende Lichtreflexe und Blendungen stark reduziert. Entspanntes Sehen bei gleichzeitiger Verbesserung der räumlichen Wahrnehmung ist das Ergebnis.

 

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Abbildung 2 links: Maschinenführer mit einer grau getönten Arbeitsschutzbrille – rechts: uvex i-3 mit Silberspiegel

 

Abschließend sei auf nützliche Accessoires hingewiesen. Hierbei stehen Brillenbänder hoch im Kurs, welche ein Verlieren oder Herunterfallen – z.B. aus der Baumkrone bei Kletterern – verhindern. Natürlich ist zur Schonung der Brillenoberflächen ein Etui oder Mikrofaserbeutel zu empfehlen. Ein Pflegespray oder Reinigungstücher erleichtert die Reinigung und Pflege der Brillen.

 

 

Zum Autor

Prof. Dr. Friedbert BomboschProf. Dr. Friedbert Bombosch, ist Dozent für Waldarbeit, Walderschließung und Betriebswirtschaftliches Management an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Hildesheim-Holzminden-Göttingen – Fakultät Ressourcenmanagement. Er ist Experte auf dem Gebiet der forstwirtschaftlichen Arbeitssicherheit und den Spezialbereichen Ergonomie und Augenschutz.

 

 

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