Das Auge ist unser bedeutendstes sensorisches Organ und reagiert am empfindlichsten auf physikalische Einflüsse. Licht mit hoher Energiedichte kann die lichtempfindlichen Photorezeptoren irreversibel schädigen. Wir gehen in diesem Blogartikel auf die Augenschäden ein, die durch LED-Beleuchtung verursacht werden und erläutern den Einfluss von LED auf die Netzhaut. 

Warum das Auge durch LED Licht gefährdet ist

Das menschliche Auge funktioniert wie eine Kamera: der lichtbrechende Apparat erzeugt ein Bild auf der Netzhaut, das sich an verschiedene Situationen des Sehens anpasst. Durch die Akkommodation ermöglicht uns die Linse scharfes Sehen im Nah- und Fernbereich. Die Pupille dient als regelbare Lochblende und ist an der Erzeugung des Bildes beteiligt, indem sie die Lichtmenge regelt, die ins Auge fällt.

Wofür steht LED?

Im Alltag begegnet uns die die Abkürzung LED am häufigsten dann, wenn es im Haushalt um die Beschaffung von Leuchtmitteln geht. LED steht für Light Emitting Diodewas auf Deutsch lichtemittierende Diode bedeutetDoch was genau hat es hiermit auf sich und wie entstehen LED-Augenschäden? 

  • Bei einer lichtemittierenden Diode handelt es sich um ein elektronisches Halbleiterbauelement, das Licht erzeugt, sobald elektrischer Strom durch den Kristall fließt.  
  • Die Lichtfarbe einer LED bestimmt dabei das verwendete Halbleitermaterial und dessen Bandlücke.
  • LEDs zeichnen sich durch eine hohe Energieeffizienz, lange Lebensdauer und geringe Wärmeentwicklung aus.
  • Aufgrund dieser Eigenschaften kommen sie heute in zahlreichen Bereichen wie BeleuchtungDisplays und Signaltechnik zum Einsatz. 
  • Wegen ihres hohen Anteilan energiereichem, kurzwelligem Licht belasten diese lichtemittierenden Dioden die empfindlichen Sehzellen der Netzhaut. Hohe Intensität oder lange Exposition sind Gründe dafürdass Augenschäden durch LEDs entstehen. 

Physikalischer Hintergrund: Wie kann LED-Licht Augenschäden hervorrufen?

Sehschäden durch LED entstehen, da das menschliche Auge als Organ äußerst empfindlich auf sichtbares Licht reagiert und bereits geringe Energiemengen physiologische Prozesse auslösen können. Treffen energiereiche Anteile von LED-Licht mit hoher Intensität auf die Netzhaut, kann dies die empfindlichen Sehzellen überlasten und langfristig schädigen. 

  • Ab Wellenlängen von größer als 400 nm beginnt das für den Menschen sichtbare Licht.  
  • Die Sehfunktion beruht auf einer enorm hohen, an die Grenzen des Zellmetabolismus gehende Spezialisierung der beteiligten Gewebe.  
  • Die Sehzellen, die aus dem Bild elektrische Impulse erzeugen und den Sehprozess beginnen, sind maximal physikalisch empfindlich – ein Lichtquant, das Photon, löst schon eine physiologische Reaktion aus.  
  • Sie bezahlen dieses jedoch mit einer erhöhten Empfänglichkeit für Schädigung durch energiereiches Licht.  
  • Das bedeutet, dass sichtbares Licht mit hoher Intensität die Sehzellen schädigt. Daher bitte niemals ungeschützt direkt in die Sonne schauen. 

Das Bild wird von der lichtempfindlichen Netzhaut in elektrische Impulse umgewandelt und durch ihr neuronales Netzwerk in seine Informationsbestandteile zerlegt, die über den optischen Nerv zum Gehirn geleitet werden – hier findet der Sehprozess statt. 

Grafische Darstellung eines Querschnitts des menschlichen Auges

Weitere schädigende Lichteinflüsse auf das Auge neben LED-Schäden: das UV-Licht

Je kürzer die Wellenlänge ist, desto energiereicher ist das Licht, weshalb die zu erwartende Schädigung durch LED umso stärker ist. Das UVLicht ist daher sehr gefährlich.

  • UVLicht führt zu Augenschäden – die äußeren Gewebe des Auges sind dabei besonders dem UV-Anteil im Licht ausgesetzt.  
  • Die äußeren Gewebe sind die Bindegewebe und das Augenlid. In diesen Geweben kann es zur direkten oder indirekten Schädigung des Erbmaterials kommen, was zur Tumorbildung führen kann.
  • Obwohl der effiziente Reparaturmechanismus weitestgehend dafür sorgt, eine Tumorentstehung zu verhindern, kann durch die Entstehung von zu vielen DNS-Schäden der Reparaturmechanismus gehemmt werden und somit die Tumorbildung hervorrufen.
  • Die UVB-Strahlung greift akut die Zellen an und verursacht nekrotische Schäden, Zelltod oder Entzündungsreaktionen – auf der übrigen Haut als Sonnenbrand bekannt. 

 

Wie entstehen LED-Augenschäden durch UV- und energiereiches Licht?

Auch künstliches UVLicht aus der Lichtstrahlung kann beim Schweißen zur Schädigung des Bindegewebes führen, was ein Gefühl von Sand im Auge hervorruft. Der Fachbegriff für dieses Phänomen heißtPhotokeratitis und ist auch bekannt als Verblitzung oder SchneeblindheitBereits bei einer geringen Schädigung kommt es ein bis zwei Tage lang zu folgenden Symptomen:  

  •  Tränenfluss  
  • starkem Fremdkörpergefühl
  • Lichtempfindlichkeit
  • Lidkrämpfen
  • Im schlimmsten Fall können sich Hornhautzellen ablösen oder absterben. 

 Diese aufgeführten Reaktionen zählen zu den visuellen Beeinträchtigungen durch LED, die bei unzureichendem Schutz auftreten können und das Auge erheblich belasten. 

Warum führen LEDs zu Zell- und Gewebeschäden im Auge?

LED-Augenschäden entstehen nicht nur durch Blendung oder subjektive Beschwerden, sondern können auch auf zellulärer Ebene wirksam werden. Die folgende Übersicht zeigt, wie eine Beschädigung der Augen durch LED insbesondere durch energiereiche Lichtanteile biologische Prozesse im Auge beeinflusst und Gewebe nachhaltig belasten kann: 

  • Die unmittelbar am Sehprozess beteiligten Gewebe werden durch das Licht gleichfalls zellulär angegriffen 
  • Auf diese Weise absorbieren Hornhaut und Linse fast vollständig den Anteil des Lichtspektrums mit der höchsten Energie: das UV-Licht, mit Wellenlängen von kleiner als 390nm 
  • Dadurch kommt es zu oxidativem Stress und Schäden in der DNS der Zellen, die an der Erhaltung der Transparenz und am Schutz des Gewebes beteiligt sind.  
  • In der Hornhaut wird ein erheblicher Teil des energiereichen Lichts durch die äußerste Schicht im Auge absorbiert.  
  • Dabei werden durch DNS-Reparaturmechanismen kontinuierlich die UV-bedingten Schäden an der Hornhaut kompensiert.  
  • Wenn diese Reparaturmechanismen mit dem Auftreten der Schäden nicht mithalten können, kommt es zu Hornhautschäden und Linsentrübung.  
  • Auch künstlich erzeugtes UV-Licht kann dazu beitragen, wie etwa das Licht aus UV emittierenden Leuchtkörpern, Solarien oder während des Schweißvorgangs mit elektrischen Schweißgeräten.

Wellenlängenbereiche im Überblick:

  • 100 nm bis 800 nm: elektromagnetische Wellen des Lichts
  • < 100 nm: Röntgenstrahlung
  • > 800 nm: Infrarotstrahlung bzw. IR-Licht
  • 100 nm bis 400 nm: UV-Licht bzw. UV-Strahlung
Grafische Darstellung des elektromagnetischen Spektrums (Wellentypen, Wellenlängen, Vergleichswerte für Wellenlängen, Frequenz)

Wodurch entstehen LED-Augenschäden an Netzhaut und Sehleistung?

Da das UVLicht fast vollständig durch Hornhaut und Linse absorbiert wird, ist das energiereichste Licht, das die Netzhaut erreicht, das blaue Licht (410-470 nm). Ist dieses Licht stark genug, kann es auf der Netzhaut akute Schäden auslösen, wie zum Beispiel beim direkten Schauen in die Sonne; hier reicht schon eine kurze Expositionszeit. Auch durch sehr helle künstliche Lichtquellen werden bei längeren Expositionszeiten Fälle von Netzhautschäden berichtet. Solche Effekte gehen häufig mit einer Beeinträchtigung der Sehleistung durch LED einher, insbesondere bei regelmäßigem oder ungeschütztem Kontakt. 

Achten Sie daher darauf, Ihre Augen bei regelmäßigem Kontakt mit LED-Licht ausreichend zu schützen – in unserem uvex Schutzbrillen Sortiment finden Sie garantiert den für Sie passenden Schutz: 

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