„Kunterbunte PSA“ (Teil 1 von 3): Welche Bedeutung haben Farben bei PSA – wie erleichtern sie uns den Alltag?

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Blau, Grün, Gelb, Rot, Weiß, Orange. Das sind nur einige der Farben, in denen persönliche Schutzausrüstung erhältlich ist. Aber haben Sie sich schon einmal gefragt, ob es hier nur um das Design geht oder ob da vielleicht noch mehr dahintersteckt? Farben sind nicht nur Dekoration! Sie beeinflussen uns in unserem Alltag – und das weitaus mehr, als wir denken.

In diesem ersten von drei Blog-Artikeln zum Thema „Farben“ widmen wir uns vorrangig der Frage: Welche Funktion erfüllen Farben im Bezug auf persönliche Schutzausrüstung? In den weiteren Artikeln wird es außerdem um die rechtlichen Bestimmungen, aber auch um psychologische Wirkung und modische Aspekte gehen. Seien Sie gespannt!

 

Vermeidung von Fehlern und Fremdkörpern

Ein sehr einfaches Beispiel für die Relevanz von Farben im PSA-Bereich ist die lebensmittelverarbeitende Industrie: Dort wird in der Produktion oft Gehörschutz und Handschutz getragen, wobei die Gefahr besteht, dass die Schutzausrüstung als Fremdkörper in den Produkten landet. Um eine unbemerkte Kontamination zu vermeiden, wird hier überwiegend PSA in hellblau verwendet – denn es ist der einzige Farbton, der nicht auf natürlichem Wege in Lebensmitteln vorkommt. Fremdkörper in dieser Farbe können demnach sehr schnell optisch erkannt und entfernt werden.

 

Signalfarben mit Signalwirkung

Während das Blau in der Lebensmittelindustrie ja schon eine Signalfunktion innehat, kommen an anderer Stelle „echte“ Signalfarben zum Einsatz: Gerade bei Straßenbauarbeiten oder auf Baustellen, wo große Fahrzeuge und Maschinen in Betrieb sind, ist die Gefahr groß, dass Mitarbeiter in der Dämmerung oder bei Dunkelheit übersehen werden. Hier ist es besonders wichtig, auffällige Schutzbekleidung zu tragen – Farben wie Rot, Gelb und Orange dienen der besseren Erkennbarkeit.

Auch bei Arbeiten an Schienen und im Gleisbett müssen die Arbeiter gut sichtbar sein. Neben der Standard-Warnweste sind hier oftmals auch Jacken, Hosen sowie Kopfbedeckungen in Signalfarben im Einsatz. Auch Reflektoren an Jacken und Helmen helfen Maschinenführern, LKW-Fahrern oder Lokführern, niemanden in ihrem Arbeitsbereich zu übersehen.

 

Einfaches Erkennen von Funktionalität und Leistung

Für PSA-Facheinkäufer, die unterschiedliche Produkte mit verschiedenen Schutzstufen je nach Mitarbeiter und Arbeitsplatz einkaufen sollen, wird das kunterbunte Angebot schnell unübersichtlich. Mittels Farbkodierung versuchen einige PSA-Hersteller, den Einkauf und Einsatz von PSA zu erleichtern. Auch bei uvex verwenden wir für viele Produkte eigene Farbkonzepte als Hilfestellung für Kunden und Anwender: Unsere Schutzbrillen gliedern wir beispielsweise sowohl nach Anwendungsbereich als auch nach Leistung: Die Brillen für „reine“ Anwendungsbereiche – wie beispielsweise Lebensmittelindustrie oder Labor – haben medizinische Farben, also Blau und Weiß. Besonders hitzebeständige Brillen kennzeichnen wir meist in Rot oder mit einer Kombination aus Rot und einer weiteren Farbe.

Ähnlich verfahren wir mit unseren Atemschutzprodukten – weil aber Atemschutzmasken in der Regel nicht komplett farbig produziert werden, ist hier die Farbe des Aufdrucks entscheidend: Die Staffelung erfolgt über den Schutzgrad von Blau, über Orange zu Schwarz. Im Bereich Gehörschutz haben wir unsere Kapseln der uvex K-Familie angelehnt an das Ampelsystem nach ihrer Dämmleistung gegliedert: Grün für geringe Lärmdämmung, Gelb für mittlere und Rot für hohe.

In manchen Einsatzbereichen sind tendenziell unauffällige Farben üblich – oder haben Sie schon einmal eine Stewardess mit knallgrünem Gehörschutz gesehen? Hierfür gibt es bei uvex speziell hautfarbene Produkte, die in der Regel kaum ins Auge fallen.

Zugegeben: All diese Farbkonzepte sind nicht unbedingt selbsterklärend – doch einmal „gelernt“, vereinfachen und beschleunigen sie die Auswahl der passenden PSA enorm.

 

Einfaches Erkennen von Aufgabe und Qualifikation

Die PSA-Farbe unterstreicht nicht immer nur auf die Funktionalität der PSA – manchmal sagt sie auch etwas über den Träger aus: Haben Sie sich schon mal gewundert, warum auf der Baustelle so viele verschiedenfarbige Helme zum Einsatz kommen? Es gibt zwar keine allgemeingültige Vorschrift, aber vor allem auf größeren Baustellen ist durchaus üblich, die unterschiedlichen Qualifikationen, Funktionen oder auch Berufsgruppen der Träger durch die Farbe ihrer Schutzhelme zu kennzeichnen.

Meist bestimmt die Funktion der Arbeiter die Farbe, dabei sind Gelb, Blau, Grün und Orange nach der Gewerkszugehörigkeit vergeben: Die gelben Helme werden hauptsächlich von Maurern und Magazinarbeiter getragen, blaue schützen die Köpfe von Sanitärfachkräften und Schlossern. Zimmermänner und Elektriker tragen in der Regel grüne Helme – und orange Helme kennzeichnen Sicherheitsbeauftragte, jedoch auch Forstarbeiter und Stahlbetonbauer.

Personen, die nicht dauerhaft auf der Baustelle sind – etwa Besucher oder Architekten –, greifen meist zum weißen Helm, während rote Helme oft von Polieren, Vorarbeitern oder Elektrikern mit leitenden Aufgaben getragen werden.

 

Farben im Augenschutz

Es gibt bei PSA noch einen weiteren Bereich, in denen die Farbe eine Rolle spielt: Schutzbrillen haben nämlich nicht nur eine Rahmenfarbe, sondern oftmals sind auch deren Scheiben farbig getönt. Was aber hat es mit diesen Tönungen genau auf sich? Welche Scheibentönung ist für meinen Arbeitsplatz geeignet? Wie kann ich die optimale Lösung für mich finden? Das sind Fragen, die Sie sich vielleicht beim Kauf einer Arbeitsschutzbrille auch schon mal gestellt haben.

Bei der Vielzahl an Tönungen ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten, geschweige denn eine fundierte Entscheidung zu treffen. Die Hauptaufgaben von Scheibentönungen sind: Blendung vermeiden, Kontraste steigern, Spiegelungen und Reflexionen entfernen, aber auch für entspanntes und konzentriertes Sehen sorgen. Damit Sie sich das etwas besser vorstellen können, empfehlen wir Ihnen einen Besuch in unserem Online-Berater zum Thema Scheibentönungen. Dort erleben Sie die Unterschiede zwischen den einzelnen Tönungen, aber auch zwischen getönten und klaren Scheiben.

In jedem Fall wichtig zu wissen: Auch Schutzbrillen ohne Tönung bewahren Ihre Augen vor UV-Strahlung. Bei uvex haben alle Brillen mit Polycarbonat-Scheiben mindestens UV-400-Schutz.

 

Damit ist alles gesagt?

Sie sehen: Von Signalwirkung bis Qualifikationsauskunft kann Farbe im Arbeitsschutzumfeld vielerlei Aufgaben erfüllen … und ob Sie’s glauben oder nicht: Wir haben noch viel, viel mehr über PSA und ihre Farben zu sagen – so viel, dass wir uns entschieden haben, das Thema in zwei weiteren Blogbeiträgen noch ausführlicher zu behandeln. Schauen Sie bald wieder hier vorbei, um die Fortsetzung nicht zu verpassen!

Ein Kommentar zu “„Kunterbunte PSA“ (Teil 1 von 3): Welche Bedeutung haben Farben bei PSA – wie erleichtern sie uns den Alltag?

  1. Toller Artikel! Sehr viele hilfreiche Infromationen rund um das Thema Schutzkleidung. Ich persönlich finde das Thema auch enorm wichtig, schließlich sollten wir das schützten was uns am wichtigsten ist. Ohne Schutzbrille ist unser Auge schnell mal großen Gefahren ausgesetzt.

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