“Kunterbunte PSA” (Teil 2 von 3): Muss der Blaumann unbedingt blau sein?

Der Blaumann! Jeder kennt ihn, viele tragen ihn und so manch einer hat sich bestimmt schon einmal gefragt: Wie wurde der Blaumann überhaupt zum Blaumann? Und gibt es vielleicht auch in anderen PSA-Bereichen solch dominante Farben? Ohne gleich zu viel verraten zu wollen: Von „historisch gewachsen“ über „rechtlich vorgegeben“ bis hin zu „psychologisch wertvoll“ steckt hinter der Farbgebung von persönlicher Schutzausrüstung viel mehr, als es auf den ersten Blick den Anschein hat!

In diesem zweiten von drei Blog-Artikeln zum Thema „Farben“ widmen wir uns vorrangig der Frage, warum bestimmte Teile unserer persönlichen Schutzausrüstung (aber auch unserer Alltagskleidung) bestimme Farben haben. Im letzten Artikel der Serie wird es dann hauptsächlich um Unternehmensfarben und modische Aspekte gehen. Seien Sie gespannt!

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uvex PSA-Verordnung Dr. Lurz Interview

Die neue europäische PSA-Verordnung: Hersteller stärker in der Verantwortung

„Am 20. April 2016 trat die neue europäische PSA-Verordnung in Kraft. Ab dem 21. April 2018 muss sie verbindlich angewendet werden. Schon die Vorgängerin der PSA-Verordnung, die sogenannte PSA-Richtlinie aus dem Jahr 1989 und deren national abgeleiteten Rechtsvorschriften, enthielt zahlreiche detaillierte Anforderungen an persönliche Schutzausrüstungen. Die neue Verordnung definiert viele Punkte bei der Herstellung, Kennzeichnung und dem Inverkehrbringen von PSA noch detaillierter. Insgesamt sehen wir in der neuen PSA-Verordnung auch eine gute Chance, unsere Kompetenz im Markt unter Beweis zu stellen und damit unser Qualitätsversprechen einzulösen.“ (Frank Westphal, Leiter Recht und Schutzrechte bei uvex)

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Evolution de la norme EN 374

EN 374: Normänderung für Chemikalienschutzhandschuhe

Schutzhandschuhe für den Umgang mit Chemikalien müssen die Anforderungen der europäischen Norm EN 374 erfüllen. Diese Norm ist nun grundlegenden Änderungen unterzogen worden, welche nach Veröffentlichung im europäischen Amtsblatt wirksam werden.

Wir informieren Sie an dieser Stelle über die bevorstehenden Neuerungen, erläutern die Änderungen und stellen abschließend dar, welche Auswirkungen sich für den Anwender ergeben.

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Schnittschutztestgerät nach ISO

Normänderung bei Schnittschutzhandschuhen: EN 388:2003 im Vergleich zu EN 388:2016 und ISO 13997

Die Einstufung der Schutzklasse von Schnittschutzhandschuhen erfolgt in Europa bisher nach der Norm EN 388:2003. Zur Erreichung eines hohen Schnittschutzlevels werden seit einigen Jahren vermehrt technische Materialien – sogenannte Hochleistungsfasern – für Schnittschutzhandschuhe verwendet. Die stetige Weiterentwicklung im Bereich der Materialien erforderte eine Anpassung der Prüfungen und Klassifizierung dieser Produkte, was in der EN 388:2016 umgesetzt wurde.

 

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Eine neue Elektrostatik-Prüfnorm für Schutzhandschuhe

Ein paar offensichtliche Auswirkungen elektrostatischer Aufladungen kennt jeder: Zu Berge stehende Haare sind in der Nähe von Plastikrutschen oder Luftballons keine Seltenheit – gleiches gilt für den gelegentlichen elektrischen Schlag beim Schließen von Autotüren. Weniger harmlos hingegen sind derartige Auf- und Entladungen, wenn elektronische Bauteile im Spiel sind oder wir uns in einem explosionsgefährdeten Bereich in der Industrie befinden. Eine neue Norm für Schutzhandschuhe regelt jetzt diesbezügliche Grenzwerte und Prüfbedingungen.

Für persönliche Schutzausrüstung gibt es eine Menge Vorschriften, Regeln und Normen. Soll ein Handschuh etwa vor mechanischen Risiken schützen, so sind die Kriterien für eine entsprechende Zertifizierung in der Industrienorm DIN EN 388:2003 festgehalten. Geht es um chemische Risiken, so greift die Norm DIN EN 374:2003. Zum Thema Elektrostatik oder Brand- und Explosionsgefahr gab es in der Vergangenheit keine verbindliche Norm. Die Technische Regel für Betriebssicherheit TRBS 2153 gibt zwar vor, dass in explosionsgefährdeten Bereichen der Zonen 0, 1, 20 und 21 der Durchgangswiderstand eines Handschuhs kleiner als 100 Megaohm (108 Ω) sein müsse, beinhaltet aber keine Beschreibung von entsprechenden Prüfverfahren und -kriterien. Seit dem ersten Juli 2014 gibt es nun endlich die Norm DIN EN 16350:2014, die die elektrostatischen Eigenschaften für Schutzhandschuhe behandelt.

 

Was beinhaltet die Norm?

In der DIN EN 16350:2014 sind Prüfbedingungen und Mindestanforderungen für die elektrostatischen Eigenschaften von Schutzhandschuhen wie folgt festgelegt:

  • Der Durchgangswiderstand muss kleiner 100 Megaohm sein (Rv < 1,0 x 108 Ω).
  • Geprüft wird der Durchgangswiderstand Rv nach DIN EN 1149-2:1997.
  • Die Prüfatmosphäre zur Bestimmung des Durchgangswiderstands muss sich zusammensetzen aus einer Lufttemperatur von 23 ± 1 °C und einer relativen Luftfeuchte von 25 ± 5 %.
  • Es werden fünf Proben gemessen und jeder einzelne Messwert muss den Grenzwert einhalten.

 

Wie steht es mit ESD-Anforderungen?

Tatsache ist: Es gibt derzeit keine ESD-Norm und damit auch keine zulässige ESD-Kennzeichnung für Schutzhandschuhe, so wie man sie zum Beispiel aus dem Kleidungs- oder Schuhbereich kennt. Dort uvex ESD-Siegelgreift die Norm DIN EN 61340-5-1, die aber NICHT auf Schutzhandschuhe anwendbar ist – auch wenn man im Handel das ein oder andere ESD-Siegel auf Handschuhen finden kann. Nichtsdestotrotz können Handschuhe, die nach der neuen Elektrostatik-Norm geprüft und zertifiziert wurden, bedenkenlos in Bereichen verwendet werden, die ESD-Produktschutz erfordern.

 

Worin unterscheiden sich die elektrostatischen Normen DIN EN 16350, DIN EN 1149-1 und DIN EN 61340-5-1 im Einzelnen?

  Schutzhandschuhe Schutzkleidung ESD-Schutzausrüstung
Norm: DIN EN 16350 DIN EN 1149-1 DIN EN 61340-5-1
Name: Schutzhandschuhe – elektrostatische Eigenschaften Schutzkleidung –elektrostatische Eigenschaften Teil 1: Prüfverfahren für die Messung des Oberflächenwiderstandes Elektrostatik Teil 5-1: Schutz von elektronischen Bauelementen gegen elektrostatische Phänomene
Gültigkeit: Arbeitsschutz Arbeitsschutz Produktschutz
Gemessene Größe: Durchgangswiderstand Oberflächenwiderstand abhängig von der Probe (z. B. Durchgangswiderstand für Schuhe, Oberflächenwiderstand für Kleidung)
Grenzwert: R < 1,0 x 108 Ω R < 5,0 x 1010 Ω verschiedene Anforderungen:
z. B. Schuhwerk:
7,5 x 105 Ω < R < 3,5 x 107 Ω
z. B. Kleidung:
R < 1,0 x 109 Ω
Prüfatmosphäre: Lufttemperatur: 23 ± 1 °C; relative Luftfeuchte: 25 ± 5 % Lufttemperatur: 23 ± 1 °C; relative Luftfeuchte: 25 ± 5 % unterschiedlich, je nach Probe (Schuhe, Kleidung, Böden, Arbeitsflächen etc.)
Messungen: 5 Proben; jede muss den Grenzwert einhalten 5 Proben; geometrischer Mittelwert muss den Grenzwert einhalten unterschiedlich, je nach Probe (Schuhe, Kleidung, Böden, Arbeitsflächen etc.)
Kennzeichnung/
Piktogramm:
keine Kennzeichnung Kennzeichnung mit Piktogramm
uvex en 1149
Kennzeichnung mit ESD-Piktogrammuvex ESD-SiegelVorsicht: Gilt nicht für Schutzhandschuhe!

 

Welche Anwendungsbereiche kommen für zertifizierte Schutzhandschuhe in Frage?

Einsatzgebiete für Handschuhe, die nach DIN EN 16350:2014 geprüft wurden, können unter anderem explosionsgefährdete Bereiche wie zum Beispiel Raffinerien sein. Durch die hohe Leitfähigkeit der Handschuhe kann dort eine elektrostatische Aufladung beim Träger effektiv vermieden werden, sofern die entsprechende Erdungskette – bestehend aus Handschuh, Schutzkleidung, Schuh und Boden – gewährleistet ist.

Negative Auswirkungen hat eine ungewollte elektrostatische Entladung  auch bei der Herstellung und Montage von empfindlichen Produkten wie etwa Elektronik-Bauteile, die durch eine solche Entladung nachhaltig beschädigt oder sogar zerstört werden können. Auch für diesen Einsatzbereich eignen sich Schutzhandschuhe, die nach DIN EN 16350:2014 geprüft sind.

 

Gibt es zertifizierte Handschuhe auch von uvex?

uvex rubiflex ESD safety glove
uvex rubiflex ESD

Mit dem eigens entwickelten uvex unipur carbon reagiert uvex auf die neue Schutznorm bezüglich elektrostatischer Eigenschaften. Der Schutzhandschuh für den leichten Arbeitseinsatz erfüllt alle in der Norm vorgeschriebenen Grenzwerte und Bestimmungen – bei gleichzeitig hervorragendem Tastgefühl und Klimakomfort. In den nächsten Wochen wird auch noch der ableitfähige Chemikalienschutzhandschuh uvex rubiflex ESD folgen, welcher sich derzeit im Prozess der Zertifizierung befindet. Der uvex rubiflex ESD ist optimal geeignet für Lackierereien, die Farb- und Druckindustrie sowie für die Öl- und Chemieindustrie.

 

uvex unipur carbon

Das Augenlicht ist schützenswert.

Das Auge ist unser wichtigstes und gleichzeitig empfindlichstes Sinnesorgan. Ca. 85 – 90 % aller Wahrnehmungen erfolgen über unsere Augen. Die natürlichen Schutzfunktionen wie Wimpern, Tränenfluss, Augenlider und Lidschlussreflex reichen in der Arbeitswelt nur selten aus.

Sind die am Arbeitsplatz auftretenden Risiken nicht völlig durch technische oder arbeitsorganisatorische Maßnahmen auszuschließen, ist eine einzusetzende persönliche Schutzausrüstung (PSA) notwendig. Nach der europäischen Gesetzgebung ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Gefährdung im Arbeitsumfeld zu analysieren und, wo erforderlich, den Mitarbeitern Augenschutz kostenfrei zur Verfügung zu stellen.
Die Normen für Persönliche Schutzausrüstung (PSA) werden durch die europäische Richtlinie 89/686/EWG festgelegt – die Richtlinien für Augenschutzprodukte fallen unter die EN 166. Sie soll dem Unternehmer Hilfestellung bei der Umsetzung seiner Pflichten aus staatlichen Arbeitsschutzvorschriften oder Unfallverhütungsvorschriften geben, sowie Wege aufzeigen, wie Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren vermieden werden können.

Alle nach diesen Richtlinien getesteten Produkte werden verschiedenen Gefahren in Industrie, Labors, Schulen und Universitäten, usw. ausgesetzt, die potenziell das Auge schädigen oder die Sehfähigkeit beeinträchtigen können. Beispielsweise muss jeder persönliche Augenschutz, der auf der beschichteten Sichtscheibe nach „K“ und „N“ gekennzeichnet ist, die Vorgaben der Norm EN 166 ff. erfüllen. (siehe Bild)
Kennzeichnung_Scheibe_D

 

Was bedeuten die Kennzeichnungen K und N?

Kennzeichnung K

Arbeitsbereiche mit einer hohen  Schmutz- und Staubbelastung erfordern ein hohes Kratzfestverhalten des Produktes. Die sogenannte Prüfung der Beständigkeit der Oberfläche gegen Beschädigung durch kleine Teilchen wird mit Hilfe eines Sandrieseltest durchgeführt und findet wie folgt statt:

  • Scheibe auf einen Drehteller befestigen
  • 3 kg natürlicher Quarzsand werden bei Raumtemperatur (23 °C) von einer Höhe von ca. 1,65 m auf den Hauptdurchblickspunkt der Proben gerieselt
  • Anschließend wird die Lichtstreuung der Proben gemessen. < 5 = K

Trägt eine Schutzbrille die Kennzeichnung K, so wird diese gemäß der Norm EN 168 als beständig gegen Beschädigung durch kleine Teilchen bezeichnet und hat einen reduzierten Leuchtdichtekoeffizient von 5 nicht überschritten.

 

Typische Branchen, die diese Anforderungen stellen sind:

  • Stahlindustrie
  • Bergbau
  • Baustoffindustrie
  • Baugewerbe

 


Kennzeichnung N

Arbeitsbereiche mit einer hohen  Luftfeuchtigkeit und lang anhaltender Beschlagsbelastung erfordern höchste Ansprüche an das Produkt. Die Prüfung der Beständigkeit von Sichtscheiben gegen Beschlagen wird mit Hilfe eines Wasserbades durchgeführt und findet wie folgt statt:

 

Vorbereitung

  • Scheibe 1-2 Stunden in destilliertem Wasser lagern -> Abtupfen
  • 12 Stunden bei Raumtemperatur (23°C) und 50% Feuchte konditionieren

 

Durchführung

  • Wasserbad auf 50°C erwärmen (Umgebung: Raumtemperatur)
  • Sichtscheibe über die Öffnung anbringen
  • Messbar durch Änderung (>20%) des Transmissionsgrades eines eingeleiteten Lichtstromes
  • Zeit bis zum Beginn des Beschlages messen. > 8 Sekunden = N

Trägt eine Schutzbrille die Kennzeichnung N, so wird diese gemäß der Norm EN 168 als beständig gegen Beschlagen bezeichnet und bleibt mindestens 8 Sekunden beschlagfrei, auch nach Wasserlagerung.

 

Typische Branchen, die diesen Anspruch stellen sind:

  • Papierindustrie
  • Lebensmittelindustrie
  • Textilverarbeitung
  • Kühlhäuser

 

 

uvex erfüllt nicht nur die Anforderungen der Norm EN 168, sondern erfüllt auch weitere Anforderungen durch eigens entwickelte und hergestellte Beschichtungssysteme.
Auch die richtige Beschichtung hat Ihre eigenen Schutzfunktionen, sodass die Brille z.B. nicht beschlägt, kratzfest und beständig gegen Chemikalien ist.

Welche weiteren Beschichtungen es für Schutzbrillen gibt, können Sie auf unserer Webseite zum Thema Coating nachlesen. http://goo.gl/dRe5JC

Sie haben Fragen?
Dann scheuen Sie sich nicht und wenden sich gerne jederzeit unter expertenblog@uvex.de an uns.

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