Mit sensomotorischen Einlagen lassen sich Bewegungsfehler korrigieren und Schäden am Bewegungsapparat vermeiden. Wie aber funktioniert das genau? Woher bekomme ich solche Einlagen? Und kann ich die auch in meinen Sicherheitsschuhen verwenden?

Um das Thema sensomotorische Einlagen zu verstehen, müssen wir verstehen, wie das menschliche Gehirn sich wiederholende motorische Abläufe lernt – allen voran das Laufen. Ein kleiner Exkurs in die Humanbiologie.

Laufen ist ein immens komplexer Prozess: Gleichgewichtsinformationen aus dem Ohr, optische Informationen vom Auge und Informationen über die Bodenbeschaffenheit von den Füßen werden über das zentrale Nervensystem ans Gehirn übermittelt. Das interpretiert diese Informationsflut und veranlasst umgehend eine Vielzahl an Muskeln dazu, sich zusammenzuziehen oder zu entspannen. Diese teils minimalen Muskelaktivitäten wirken sich unmittelbar auf den gesamten Bewegungsapparat aus: Knochen, Sehnen, Bänder und Gelenke werden so in Position gebracht, dass sich der Körper vorwärtsbewegt, ohne dabei umzufallen. Das alles geschieht in Bruchteilen von Sekunden und tausendfach während nur eines Schritts.

Was kann beim Laufenlernen schiefgehen?

Entsprechend schwierig ist es, das Laufen überhaupt erstmals zu erlernen. Alle Rückmeldungen, die über das zentrale Nervensystem ans Gehirn gegeben werden, fließen in ein individuelles Ablaufprogramm, das durch wiederholte Anwendung irgendwann erlernt und in Zukunft – das entsprechende Muster aus Nervenreizen vorausgesetzt – automatisch ausgeführt wird.

Wird der Bewegungsablauf während dieser Lernphase aus irgendeinem Grund fehlerhaft ausgeführt, wird der Fehler ebenfalls miterlernt – und demzufolge in alle zukünftigen Ausführungen integriert. Mit verheerenden Auswirkungen: Oft treten nach Jahren der „schlechten“ Bewegungen Schäden an Kniegelenken, dem Becken oder der Wirbelsäule auf, die nur schwer orthopädisch zu behandeln sind. Auch Beschwerden im Bereich des Rückens, des Nackens oder sogar des Kiefers sind nicht selten.

Doch es gibt Hoffnung: Auf demselben Weg, auf dem das falsche Laufen ursprünglich erlernt wurde, lässt es sich auch wieder korrigieren. Spezielle Schuheinlagen, sogenannte sensomotorische Einlagen, senden beim Laufen gezielt Impulse ans zentrale Nervensystem, die wiederum das Gehirn dazu veranlassen, korrigierende Muskelkontraktionen anzuregen. Durch konsequente Anwendung können auf diese Weise einmal falsch erlernte Bewegungsmuster wieder überschrieben und nachhaltig ausgebessert werden.

Wie können individuelle Einlagen die Bewegung korrigieren?

Logischerweise sind antrainierte Bewegungsfehler extrem individuell – und ebenso individuell muss auch die sensomotorische Einlage sein. Der orthopädische Schuhmacher analysiert dazu das Geh- und Stehverhalten der Betroffenen, um eine exakt auf die jeweilige Person passende Einlage anfertigen zu können. Er nutzt also das ureigene Reiz- beziehungsweise Lernverhalten des Menschen, um eine Stellungskorrektur zu provozieren. Das ist ein laufender Prozess: Bei fortschreitender „Umprogrammierung“ muss der Schuhmacher immer wieder nachbessern und die Einlage auf die sich langsam verändernde Situation neu einstellen.

Geht das auch mit Sicherheitsschuhen?

Bei der Verwendung von sensomotorischen, aber auch allen anderen Einlagen in Sicherheitsschuhen erlischt in der Regel der vom Schuhhersteller garantierte Fußschutz. Glücklicherweise gibt es aber Ausnahmen: Wir bei uvex arbeiten mit einer Vielzahl an Systempartnern zusammen, die für uns Ihren individuellen Bedarf ermitteln. Gemeinsam mit diesen orthopädischen Fachbetrieben fertigen wir dann die für Sie passende Einlage an. Wir als Hersteller garantieren dabei, dass mit dieser Einlage der vollständige Schutz Ihres Sicherheitsschuhs der Marke uvex erhalten bleibt – und das bis hin zur eventuell vorhandenen ESD-Fähigkeit.

Für weitere Fragen zum Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung – nutzen Sie einfach den Kommentarbereich.

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