ESD-Antistatique

Der Unterschied zwischen Antistatik und ESD am Beispiel von Sicherheitsschuhen

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Nicht nur wenn es um Sicherheitsschuhe geht, werden die Begriffe „ESD“ und „Antistatik“ regelmäßig durcheinandergebracht.

Während das Eine zwar im Anderen enthalten ist, sind Rückschlüsse in die umgekehrte Richtung oft falsch – und obwohl es in beiden Fällen um den Durchgangswiderstand geht, unterscheiden sich beide Themen doch grundlegend.

Verwirrt? Keine Sorge, wir bringen Licht ins Dunkel!

Was es mit elektrostatischer Auf- und Entladung auf sich hat und dass vermutlich jeder von uns schon einmal damit in Berührung gekommen ist, wurde schon in unserem Fachbeitrag über Schutzhandschuhe im Zusammenhang mit der neuen Elektrostatik- Prüfnorm dargestellt.

Da Sicherheitsschuhe den direkten Kontakt zwischen dem Körper des Trägers und dem Boden herstellen, sind die Themen Elektrostatik und Durchgangswiderstände auch hier sehr wichtig. Es muss allerdings unterschieden werden zwischen den antistatischen Eigenschaften von Schuhen und ihrer ESD-Fähigkeit.

In der für Sicherheitsschuhe gültigen Norm EN ISO 20345 wird neben den vielen Anforderungen, die an einen Sicherheitsschuh gestellt werden, auch das Thema elektrische Eigenschaften behandelt.

Darauf basierend können drei Bereiche festgelegt werden, die sich aufgrund des Durchgangswiderstands einteilen lassen in leitendes, antistatisches und isolierendes Schuhwerk. Damit ein Sicherheitsschuh beispielsweise eine Kennzeichnung als S1-Schuh erhält, muss er neben den Basisanforderungen unter anderem die Zusatzanforderung der Antistatik erfüllen.

Das gilt demnach auch für alle darauf aufbauenden Sicherheitsklassen (ebenso beim Schutz- und Berufsschuh). Ein Schuh ist antistatisch, wenn sich der gemessene Durchgangswiderstand im Bereich zwischen 100 Kiloohm (105 Ohm) und 1 Gigaohm (109 Ohm) befindet.

Bei einem geringeren Durchgangswiderstand gilt er gemäß Norm als leitend und bei einem höheren Wert als isolierend.

uvex resistance safety shoe ESD

 

Aber wieso ist das der Fall und was steckt dahinter?

Die EU-Norm gibt vor, dass antistatisches Schuhwerk benutzt werden soll, um elektrostatische Aufladung zu vermindern und deren Ableitung zu gewährleisten. Dies ist notwendig, wenn die Gefahr eines elektrischen Schlags durch elektrische Geräte oder spannungsführende Teile nicht ausgeschlossen werden kann – oder das Risiko einer Entzündung von entflammbaren Substanzen oder Dämpfen durch Funken besteht.

Es geht also darum, den Sicherheitsschuhträger (und auch seine Kollegen) vor Gefahren, die in Zusammenhang mit elektrischer Aufladung auftreten können, zu schützen.

 

Das zur Antistatik – und was bedeutet dann ESD?

uvex Produktschutz AntistatikNicht nur die elektrostatische Aufladung und der Schutz des Menschen spielen in der Industrie eine wichtige Rolle, sondern auch der Schutz von Werkteilen und Geräten durch kontrollierte Ableitung.

In diesem Zusammenhang kommt eine weitere Norm ins Spiel, die sich mit eben dieser elektrostatischen Entladung („electro static discharge“ = ESD) befasst: DIN EN 61340-5-1 („Schutz von elektronischen Bauelementen gegen elektrostatische Phänomene“).

Der in dieser Norm definierte ESD-Bereich ist letztlich eine Eingrenzung des antistatischen Bereichs aus der Sicherheitsschuhnorm EN ISO 20345. Die untere Grenze des Durchgangswiderstand liegt hier bei 100 Kiloohm und die Obergrenze bei 35 Megaohm (3,5 x 107 Ohm).

Das bedeutet also, dass ein Schuh, der ESD-fähig ist, in jedem Fall gleichzeitig auch antistatisch ist. Im Umkehrschluss ist jedoch nicht jeder antistatische Schuh ESD-fähig.

Wenn beispielsweise ein Durchgangswiderstand von 100 Megaohm gemessen wird, ist der Schuh antistatisch, aber außerhalb der ESD-Grenzwerte. Hat der Schuh einen Durchgangswiderstand von nur 1 Megaohm, ist er sowohl antistatisch als auch ESD-fähig.

uvex ESD-SiegelDa es sich bei ESD um die Erfüllung einer Norm aus dem Produktschutzbereich handelt, muss die Kennzeichnung unabhängig von der CE-Markierung erfolgen.

An Sicherheitsschuhen, die diese Norm erfüllen, befindet sich daher zusätzlich das gelbe ESD-Zeichen. Haben die Schuhe zwar keine gesonderte ESD-Kennzeichnung, aber mindestens die Kennzeichnung S1, so sind sie grundsätzlich antistatisch.

 

Messmethoden und Einflüsse auf die Messergebnisse

Um einen Schuh für die Zertifizierung auf seine antistatischen Eigenschaften zu überprüfen, wird eine Testmethode unter Laborbedingungen angewendet. Zunächst muss der Schuh über eine gewisse Zeit konditioniert werden (jeweils in trockener und feuchtigkeitsregulierter Atmosphäre) – anschließend durchläuft er jeweils das Testverfahren.

Dabei wird der Schuh mit vier Kilogramm Edelstahlkugeln gefüllt, die über ein Kupferkabel mit dem Durchgangswiderstandmessgerät verbunden sind. Der Schuh befindet sich auf einer Kupferplatte, die die äußere Elektrode bildet.

Für eine Minute wird dann zwischen Edelstahlkugeln und Kupferplatte eine Spannung von 100 Volt angelegt und dabei der Durchgangswiderstand gemessen. Dieser muss größer als 100 Kiloohm, aber kleiner oder gleich 1 Gigaohm sein.

Etwas komplizierter ist es, die ESD-Fähigkeit eines Schuhs zu prüfen, denn es existieren unterschiedliche Messmethoden aus zwei Normen. Gemäß der DIN EN 61340-5-1 wird der Durchgangswiderstand des Systems Mensch-Schuh-Boden gemessen.

Dabei stellt sich der Mitarbeiter in seinen Sicherheitsschuhen beispielsweise auf eine leitfähige Schuhwerkselektrode. Um den Widerstand zu messen, drückt der Mitarbeiter mit der Hand auf eine Handkontaktplatte. Wenn der gemessene Durchgangswiderstand unter 35 Megaohm ist, ist der Schuh ESD-fähig.

In der zweiten Norm, der DIN EN 61340-4-3, wird der Durchgangswiderstand in einem Laborprüfverfahren bestimmt. Hierzu wird das Prüfobjekt in einem Klimaschrank mit vordefinierter Temperatur und Luftfeuchtigkeit vorkonditioniert.

Die Norm unterscheidet zwischen drei verschiedenen Klimaklassen gemäß nachfolgender Tabelle:

Klimaklasse zur Vorbehandlung, zur Konditionierung und zur Messung Vorbehandlung Konditionierung Messung

1

96 (+10) h
(40 +/- 3) °C
RH < 15 %
96 (+10) h
(23 +/- 2) °C
(12 +/- 3) % RH
(23 +/- 2) °C
(12 +/- 3) % RH

2

96 (+10) h
(23 +/- 2) °C
(25 +/- 3) % RH
(23 +/- 2) °C
(25 +/- 3) % RH

3

48 (+5) h
(23 +/- 2) °C
(50 + 5) % RH
(23 +/- 2) °C
(50 +/- 5) % RH

h = Dauer in Stunden, °C = Temperatur, % RH = relative Feuchte

 

Nach der Konditionierung erfolgt umgehend die Messung. Der Schuh wird auf eine Edelstahlplatte als erste Elektrode gestellt, innen in den Schuh auf das Fußbett kommt die Gegenelektrode, die mit 12,5 (+/- 2,5) Kilogramm belastet wird.

Zwischen den beiden Elektroden wird der Durchgangswiderstand mittels eines Messgerätes ermittelt. Dieser muss kleiner als 100 Megaohm sein, um die ESD-Zertifizierung für die jeweilige Klimaklasse zu erhalten.

Welche Einflüsse können bei getragenen Schuhen den Durchgangswiderstand beeinflussen?

Es kann in einigen Fällen durchaus vorkommen, dass ein vom Hersteller als ESD-fähig gekennzeichneter Schuh bei einer Kontrollmessung beim Kunden durch die Prüfung fällt. Das muss nicht automatisch heißen, dass der Schuh nicht ESD-fähig ist.

Es gibt vielmehr Ursachen und Einflüsse, die zu einem solchen Ergebnis führen können. Unter anderem kann die Temperatur des Schuhs die Ableitfähigkeit beeinflussen. Wird das Paar Sicherheitsschuhe beispielsweise im Winter über Nacht im Auto gelassen, kühlt es aus und weist dadurch einen höheren Durchgangswiderstand auf.

Ebenso kann die Dauer des Tragens und die damit einhergehende Feuchtigkeitsbildung im Schuh ein Einflussfaktor sein. Feuchtigkeit fördert im Allgemeinen die Ableitfähigkeit des Schuhs.

Wurde die Laufsohle oder das Fußbett verändert oder liegt eine Verschmutzung der Kontaktflächen vor, kann auch das nachteilige Auswirkungen haben.

uvex 1 S1P SRC 8514

Sicherheitsschuhe von uvex mit ESD-Zertifizierung gibt es in vielen Varianten und Ausstattungen für eine Vielzahl von Einsatzbereichen. Ihr zuständiger Vertriebsmitarbeiter hilft Ihnen gerne bei der Auswahl und Identifizierung von für Ihren Bereich geeigneten Modellen.

 

 

 

 

21 thoughts to “Der Unterschied zwischen Antistatik und ESD am Beispiel von Sicherheitsschuhen”

  1. Hallo,
    bin ich verpflichtet die antistatischen Eigenschaften des Schuhes bei Einsatz in Exbereichen zu prüfen und das Ergbnis zu protokollieren? Vielen Dank im voraus.

    Mit freundlichen Grüßen
    Georg Distler

    1. Hallo Herr Distler,

      vielen Dank für Ihre Frage.
      Hinweise zur Prüfung der antistatischen Eigenschaften eines Sicherheitsschuhs finden Sie in der jedem Sicherheitsschuh beiliegenden Gebrauchsanleitung. Über gegebenenfalls für Sie als Sicherheitsbeauftragten/Sicherheitsingenieur existierende Dokumentationspflichten dürfen wir Sie als Hersteller nicht rechtlich beraten.

      Beste Grüße,
      uvex safety

  2. Sehr geehrte Damen und Herren

    Unsere Techniker müssen bei ihrer täglichen Arbeit Sicherheitsschuhe mit der Bezeichnung S1, S2 oder S3 anziehen.
    Können sie mir kurz mitteilen, ob Sicherheitsschuhe, welche die Anforderungen S1 bis S3 haben, auch gleichzeitig die Anforderung bezüglich Ex-Schutz bzw. des zulässigen Ableit-/Durchgangswiderstand von 100 Megaohm (108) erfüllen?
    Aufgrund ihres obenstehenden Artikels bin ich der Meinung, dass dem nicht so ist, da Sicherheitsschuhe der Kategorie S1, S2 oder S3 einen Ableit-/Durchgangswiderstand bis 1 Gigaohm (109) aufweisen können.

    Für die schnelle Rückmeldung danke ich ihnen.
    Freundliche Grüsse
    André Bösch

    1. Hallo André!

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Du hast natürlich Recht: Für Exbereiche kann unter Umständen ein nur antistatischer Schuh in seinem Durchgangswiderstand höher liegen als die geforderten 10^8 Ohm = 100 Megaohm.

      Daher empfehlen wir für solche Arbeitsplätze ESD-Schuhe. Diese dürfen einen Durchgangswiderstand haben von maximal 3,5 * 10^7 Ohm = 35 Megaohm. Sie liegen somit immer innerhalb der Anforderung von Exbereichen.

      Die meisten unserer für industrielle Einsatzbereiche zertifizierten Schuhe sind sowohl als ESD- als auch als Sicherheitsschuh zertifiziert und erfüllen daher die Anforderungen des Exbereiches.

      Viele Grüße
      Jürgen vom uvex safety team

  3. Hallo Jürgen

    Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung. D.h. wenn ich deine Antwort richtig verstanden habe, erfüllen Arbeitsschuhe mit der Bezeichnung S1 bis S3 nicht automatisch die Ex-Anforderungen, welche in den Zonen 1 und 2 bzw. 21 und 22 gelten, da sie einen hören Ableit-/Durchgangswiderstand zulassen. Ist das so korrekt?

    Gruss André Bösch

    1. Hallo André.

      Genau. Aus den S-Kennzeichnungen lassen sich keine Aussagen über Ableit-/Durchgangswiderstände für Ex-Bereiche treffen.

      Die Empfehlung: Sicherheitsschuhe einsetzen, die eine explizite ESD-Kennzeichnung haben.

      Beste Grüße
      Jürgen vom uvex safety team

  4. Sehr geehrte Damen und Herren,

    in Ihrer Tabelle oben sehe ich den dritten Tabellenabschnitt dort ist ein höherer Widerstand als der von ESD. Gibt es also Sicherheitsschuhe die noch einen höheren Widerstand als ESD Schuhwerke besitzen? Also größer als 1GOhm? Oder ist ESD der maximale Schutz im Sicherheitsschuhbereich?

    1. Hallo Daniel,

      vielen Dank für Ihren Kommentar.

      Es gibt gemäß Norm tatsächlich die Möglichkeit, Sicherheitsschuhe zu zertifizieren mit einem Durchgangswiderstand > 1 Gigaohm. Diese sind dann aber nicht mehr antistatisch und können nur mit der Kennzeichnung SB versehen werden, nicht S1 bis S5, weil hier die Antistatik immer voraus gesetzt wird. Wir haben solche Produkte nicht im Programm, unsere Produkte sind immer antistatisch und meistens noch zusätzlich ESD zertifiziert.

  5. Geehrtes Uvex Safety Team,

    ich hab ein rießen und gleichermaßen unangenehmes Problem an meiner Arbeitsstätte, ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen

    Folgendem Szenario bin ich täglich ausgesetzt:

    Ich arbeite in einem Betrieb für Pulverbeschichtungen. Mein Aufgabenbereich liegt in der Endkontrolle und dem versandfertigen verpacken der produzierten Ware. Das Förderband muss bei der Pulverbeschichtung bekanntermaßen elektr. Geladen sein(evtl. ist dies ein Faktor)

    Nun ist es so,dass sobald ich die Ware in Industrieüblichen Gitterboxen aus Eisen verpackt habe diese meist etwas überpackt sind und die Teile mit PE Stretchfolie fixiert werden müssen. Die Folie rolle ich von Hand um die Gitterbox ab und hierbei läd sich diese massiv elektrostatisch auf, so dass bereits nach zweimaligen umlaufen/umwickeln der Gitterbox mir die Haare im wahrsten Sinne des Wortes zu Berge stehen.
    Bei zu nahe kommen gibt es jedesmal einen regelrechten Funkenschlag der sogar sichtbar und hörbar ist. Teilweise schlagen bis zu 2cm grosse Funken an meinen Körper über sobald ich der Gitterbox zu nahe komme, was für mich oftmals auch schmerzhaft ist. Bisher berühre ich mit meinen S1 Sicherheitschuhen bei jedem Umwickeln die Box um die Entladung am Schuh stattfinden zu lassen, was jedoch recht nervig ist und der Stromschlag durch die Stahlkappe auf meine Zehen übergeht. Jedoch besser als an anderen Körperstellen.

    Meine Frage ist nun,kann ein ESD Schuh ihrer Marke hier abhilfe schaffen?Oder können Sie mir gar ein Modell empfehlen?Ich hoffe meine Erläuterung war einigermaßen verständlich und sie können mir weiterhelfen.

    Ich bedanke mich vielmals bereits im voraus für etwaige Lösungsvorschläge und verbleibe

    Mit freundlichsten Grüsse
    Stefan

    1. Hallo Stefan,

      vielen Dank für Deine Anfrage. Wir haben sie an unsere Spezialisten weitergereicht und melden uns sobald wie möglich wieder bei Dir.

      Viele Grüße

    2. „Ob die Teile, die Sie verpacken, zu dem Zeitpunkt tatsächlich noch statisch aufgeladen sind, lässt sich nur bei Ihnen vor Ort feststellen. Was aber auch gut möglich ist, ist, dass sich die statische Aufladung bei Ihnen sammelt durch das Abrollen der Plastikfolie in Ihren Händen.

      Wenn der Schuh, den Sie tragen, in der kurzen Zeitspanne zwischen Aufladung und Entladung durch Berühren der Metallgitterbox nicht für den notwendigen Potentialausgleich sorgen konnte, kann es zu der von Ihnen beschriebenen schmerzhaften Entladung kommen.

      Der Potentialausgleich könnte durch mehrere Faktoren gehemmt sein: eine schlechte Ableitfähigkeit des Schuhs, eine schlechte oder nicht vorhandene Erdung des Bodens/ des Untergrunds, Verschmutzung von Boden oder Laufsohle durch Anhaftungen die den Ausgleich verhindern, eine Veränderung des Schuhs durch eine nichzertifizierte Einlage etc.

      Sie sehen, dass es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt. Da es sehr schwer ist, aus der Ferne dies zu beurteilen, wäre mein Vorschlag, Ihre Sicherheitsfachkraft im Unternehmen einzuschalten, um so die Gründe zu ermitteln.

      Ob ein Schuh von uns das Problem lösen kann hängt davon ab, woher die statische Aufladung nun tatsächlich kommt. Denkbar wäre, dass ein ESD-Schuh schon Abhilfe schaffen kann, zusätzlich könnten auch die schmerzhaften Entladungen durch ein Einsatz einer Kunststoffzehenkappe anstatt einer Stahlzehenkappe zu einer Verbesserung Ihrer Situation beitragen.“

  6. Hallo Uvex-Team,

    Wie bewertet Ihr das Tragen von ESD-Schuhen bei Elektroarbeiten im Nicht-Ex-Bereich und nicht mit empfindlichen Elektro-Komponenten. Also gewöhnliche Arbeiten von Elektrofachkräften z.B. an Schaltschränken, Schaltanlagen usw. .
    Ich bin der Meinung, dass hier ESD-Schuhe für die Arbeitssicherheit kontraproduktiv sind (Schutz gegen elektrischen Schlag). Hier im Hetrieb gehen die Meinungend dazu auseinander.

    Grüße

    1. Hallo Harry,

      vielen Dank für Deine Anfrage.

      In der Tat ist es richtig, dass bei Arbeiten unter Spannung generell keine Schuhe aus Leder oder vergleichbaren Materialien getragen werden dürfen, es sei denn, es wird auf einer entsprechend großen, isolierenden Gummimatte gearbeitet.

      Wenn sichergestellt ist, dass der Arbeitsbereich spannungsfrei ist – und eigentlich darf im anderen Fall die Arbeit nicht aufgenommen werden – ist es unerheblich, ob es sich um einen ableitfähigen ESD-Schuh oder einen antistatischen Schuh handelt. Beide Typen sind hinsichtlich Ihres Durchgangswiderstandes in ähnlichen Bereichen angesiedelt.

      Häufig ist es so, dass die Instandhaltung in die unterschiedlichsten Werksbereich kommt, von EX-Zonen bis zu ESD-Bereichen, und da wäre es andererseits kontraproduktiv, wenn je nach Werksbereich unterschiedliche Schuhe eingesetzt werden müssten.

      Daher spricht aus unserer Sicht nichts dagegen, wenn die entsprechenden Sicherheitsvorgaben beachtet werden.

      Beste Grüße
      Thomas
      uvex safety Social Media Team

  7. Geehrtes Uvex Safety Team,

    ich hab ein rießen und gleichermaßen unangenehmes Problem an meiner Arbeitsstätte, ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen

    Folgendem Szenario bin ich täglich ausgesetzt:

    Ich arbeite in einem Betrieb für Pulverbeschichtungen. Mein Aufgabenbereich liegt in der Endkontrolle und dem versandfertigen verpacken der produzierten Ware. Das Förderband muss bei der Pulverbeschichtung bekanntermaßen elektr. Geladen sein(evtl. ist dies ein Faktor)

    Nun ist es so,dass sobald ich die Ware in Industrieüblichen Gitterboxen aus Eisen verpackt habe diese meist etwas überpackt sind und die Teile mit PE Stretchfolie fixiert werden müssen. Die Folie rolle ich von Hand um die Gitterbox ab und hierbei läd sich diese massiv elektrostatisch auf, so dass bereits nach zweimaligen umlaufen/umwickeln der Gitterbox mir die Haare im wahrsten Sinne des Wortes zu Berge stehen.
    Bei zu nahe kommen gibt es jedesmal einen regelrechten Funkenschlag der sogar sichtbar und hörbar ist. Teilweise schlagen bis zu 2cm grosse Funken an meinen Körper über sobald ich der Gitterbox zu nahe komme, was für mich oftmals auch schmerzhaft ist. Bisher berühre ich mit meinen S1 Sicherheitschuhen bei jedem Umwickeln die Box um die Entladung am Schuh stattfinden zu lassen, was jedoch recht nervig ist und der Stromschlag durch die Stahlkappe auf meine Zehen übergeht. Jedoch besser als an anderen Körperstellen.

    Meine Frage ist nun,kann ein ESD Schuh ihrer Marke hier abhilfe schaffen?Oder können Sie mir gar ein Modell empfehlen?Ich hoffe meine Erläuterung war einigermaßen verständlich und sie können mir weiterhelfen.

    Ich bedanke mich vielmals bereits im voraus für etwaige Lösungsvorschläge und verbleibe

    Mit freundlichsten Grüsse

    1. Vielen Dank für Ihre Anfrage.

      Ob die Teile, die Sie verpacken, zu dem Zeitpunkt tatsächlich noch statisch aufgeladen sind, lässt sich nur bei Ihnen vor Ort feststellen. Was aber auch gut möglich ist, ist, dass sich die statische Aufladung bei Ihnen sammelt durch das Abrollen der Plastikfolie in Ihren Händen. Wenn der Schuh, den Sie tragen, in der kurzen Zeitspanne zwischen Aufladung und Entladung durch Berühren der Metallgitterbox nicht für den notwendigen Potentialausgleich sorgen konnte, kann es zu der von Ihnen beschriebenen schmerzhaften Entladung kommen. Der Potentialausgleich könnte durch mehrere Faktoren gehemmt sein: eine schlechte Ableitfähigkeit des Schuhs, eine schlechte oder nicht vorhandene Erdung des Bodens/ des Untergrunds, Verschmutzung von Boden oder Laufsohle durch Anhaftungen die den Ausgleich verhindern, eine Veränderung des Schuhs durch eine nichzertifizierte Einlage etc.

      Sie sehen, dass es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt. Da es sehr schwer ist, aus der Ferne dies zu beurteilen, wäre mein Vorschlag, Ihre Sicherheitsfachkraft im Unternehmen einzuschalten, um so die Gründe zu ermitteln.

      Ob ein Schuh von uns das Problem lösen kann hängt davon ab, woher die statische Aufladung nun tatsächlich kommt. Denkbar wäre, dass ein ESD-Schuh schon Abhilfe schaffen kann, zusätzlich könnten auch die schmerzhaften Entladungen durch ein Einsatz einer Kunststoffzehenkappe anstatt einer Stahlzehenkappe zu einer Verbesserung Ihrer Situation beitragen.

      Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung und verbleiben

  8. Sehr geehrtes Uvex Safety Team,

    ist es für Betriebselektriker somit sicherer, keine Sicherheitsschuhe mit ESD-Ausrüstung zu tragen?

    Besten Dank für Ihre Rückmeldung!

    1. Hallo Stephan,

      vielen Dank für Ihren Kommentar.

      Das ist abhängig von der tatsächlichen Tätigkeit, nicht von der Berufsbezeichnung. Wenn ein Elektriker an spannungsführende Teilen arbeitet, muss er entweder eine Standortisolation in Form eine isolierenden Gummimatte oder ab einen isolierenden Überschuh tragen.

      In beiden Fällen ist es daher unerheblich, welchen Schuh er trägt und ein antistatischer Sicherheitsschuh mit gleichzeitiger ESD-Zertifizierung kann hier uneingeschränkt genutzt werden. Eine weitere Alternative wäre noch ein isolierender Polymerstiefel nach EN 50321.

      Für alle anderen Tätigkeiten muss ein Schuh genutzt werden, die der jeweiligen Gefährdungsermittlung des Einsatzbereiches entspricht.

      Daher muss dann z.B. in EX-Bereichen oder ESD-Bereichen auch ein ESD-Schuh getragen werden, in anderen Bereichen spricht nichts dagegen, wenn die Gefährdungsermittlung nicht etwas anderes ergeben hat.

      Beste Grüße
      Thomas Schmitt
      uvex Safety Social Media Team

  9. Ich habe den beitrag oben mit interesse gelesen, jedoch verstehe ich etwas nicht ganz, wann dürfen des Schuhe das gelbe ESD Zeichen tragen, wenn sie nach EN EN 61340-5-1 (<35MOhm) oder nach EN 61340-4-3 (<=100MOhm) geprüft wurden?
    Beides kann ja nicht sein, das würde sich ja irgendwie beißen, wenn eimal ein Schuh inkl. der Person und sonstigen Umgebungsbedingungen <35MOhm sein muss und unter festen Bedingungen bis 100MOhm betragen darf.

    1. Guten Tag Herr Häfner,

      vielen Dank für Ihren Kommentar.

      Die Kennzeichnung ist in beiden Normen nicht explizit vorgeschrieben. In der EN 64340-4-3 ist nur ein Prüfbericht vorgeschrieben. In der EN 61340-5-1 steht, dass der Anwender festlegen muss, ob er eine Kennzeichnung fordert. Es hat sich seit vielen Jahren bei den Schuhherstellern durchgesetzt, die Kennzeichnung vorzunehmen, um so Produkte auch von außen erkennbar zu machen. uvex zertifiziert die ESD-Produkte nach beiden Normen, somit können Probleme in dieser Richtung ausgeschlossen werden.

      Beste Grüße
      Thomas Schmitt
      uvex Safety Social Media Team

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