Die Tage werden kürzer, es ist kühl und nicht selten erschwert Nebel die Sicht. Was das für die PSA-Wahl bedeutet und welche Normen Sie diesbezüglich kennen sollten, erklären wir im Beitrag.

Kälte, Wind, Nässe – diese drei Faktoren werden in der Übergangszeit zur großen Herausforderung für Arbeitnehmende. Gerade morgens oder abends sind die Temperaturen bereits recht niedrig. Die Folge: Untergründe können rutschig oder gar matschig sein. Wer unter freiem Himmel arbeitet, sollte nun besonders umsichtig sein. Schließlich können Kälte und Nässe ohne adäquaten Schutz schnell zur Erkältung oder aber auch zu langwierigen gesundheitlichen Folgen führen. Stellt sich also die Frage, welche PSA-Bestandteile im Herbst unerlässlich sind.

Wichtige PSA-Komponenten für den Herbst

Fakt ist: Arbeitsschutz im Herbst muss anderen Anforderungen genügen als in der wärmeren Jahreszeit. PSA-Verantwortliche sollten deshalb die PSA in ihrem Betrieb frühzeitig auf sich ändernde Temperaturen und Niederschläge abstimmen.

Eines vorweg: Ein Patentrezept für die zu wählende Bekleidung gibt es nicht. Schließlich sind Ort, Art und Bedingungen einer Tätigkeit entscheidend. Prinzipiell sind im herbstlichen Arbeitskontext jedoch mindestens folgende PSA-Elemente zu empfehlen:

  1. Isolierte Hosen oder Latzhosen
  2.  Normgerechte Warnwesten nach DIN EN ISO 20471
  3.  Wasserdichte Jacken oder Overalls
  4. Handschuhe
  5. Wasserfeste Sicherheitsschuhe

Neben diesen sechs übergreifenden Kategorien können gewisse Arbeiten das zusätzliche Tragen von PSA für Atem-, Gehör- oder Kopfschutz erfordern. Bleibt die Frage: Wie finden Sie als PSA-Verantwortliche:r die für Ihren Betrieb richtige Schutzkleidung und welche Aspekte spielen hierbei im Herbst eine Rolle?

Tipp 1: Erhöhen Sie Ihre Sichtbarkeit

Egal ob bei Nebel oder einsetzender Dunkelheit: Wenn die Tätigkeiten Ihrer Mitarbeitenden normgerechten Warnschutz erfordern, muss entsprechende Warnschutzkleidung gemäß DIN EN ISO 20471 getragen werden. Diese Kleidung bietet die vom Gesetzgeber gewünschte 360°-Grad-Sichtbarkeit und ist besonders im Herbst und Winter empfehlenswert. Zu den Anforderungen an Warnkleidung und ihren Einsatz beim Arbeiten im Freien und auf Baustellen gibt die DGUV Information 212-016 explizit Auskunft.

Weitere Vorgaben beispielsweise bezüglich Farbe oder notwendiger Warnklasse der Kleidung sind abhängig vom individuellen Arbeitsplatz. Arbeitgebende sind gemäß § 3 der PSA-Benutzungsverordnung zudem verpflichtet, ihren Angestellten den richtigen Gebrauch der Ausrüstung zu erklären.

Insbesondere beim Arbeiten an befahrenen Straßen ist das Thema Sichtbarkeit entscheidend. Aber auch auf dem Bau oder im Lager ist es ratsam, bei schwierigen Lichtverhältnissen auf neongelbe oder orange Warnschutzjacken und Hosen zurückzugreifen.

Was Sie wissen sollten: Die DIN EN ISO 20471 definiert drei Bekleidungsklassen (1, 2, 3), die sich in der Mindestfläche an fluoreszierendem Hintergrundmaterial und retroreflektierendem Material unterscheiden. Retroreflektierende Reflexstreifen und fluoreszierende Oberstoffe umgeben abhängig von der erforderlichen Schutzklasse den Torso sowie Hosenbeine und Ärmel mehr oder weniger vollständig.

Vorsicht: Bei normgerechtem Warnschutz sollten Sie speziell bei der Pflege und Reinigung darauf achten, dass die Reflexstreifen nicht beschädigt werden. Die vorgeschriebene Mindestfläche an intaktem Reflexmaterial darf nicht unterschritten werden.

Tipp 2: Achten Sie auf Wasser- und Rutschfestigkeit

Mindestens genauso wichtig wie gute Sichtbarkeit ist das richtige Schuhwerk. Schließlich sollten im oft verregneten Herbst die Füße trocken bleiben. Atmungsaktive und wasserundurchlässige Materialien wie zum Beispiel Goretex (Teflon) sorgen dank hochwertiger Membran-Technologien dafür, dass Fußschweiß und Dämpfe zwar von innen austreten können, Regen und sonstige Nässe jedoch von außen nicht ins Innere des Schuhs gelangen. Stark profilierte Sicherheitsschuhe bringen zusätzlichen Halt und reduzieren die Rutschgefahr deutlich.

Allerdings ist das Tragen von PSA nicht das Einzige, was Sie in Sachen Trittsicherheit am Arbeitsplatz tun können. Etwa sollte geklärt sein, wer in Ihrem Betrieb für das Räumen von Schnee oder Entsorgen des nassen Laubs zuständig ist. Ergänzend dazu können Sie auch über rutschfeste Bodenbeläge oder zumindest Fußmatten in Eingangsbereichen nachdenken.

Tipp 3: Stellen Sie maximalen Tragekomfort sicher

Auch oder gerade im Herbst gilt: Die Akzeptanz von PSA aufseiten der Mitarbeitenden ist entscheidend. Der bestmögliche Tragekomfort ist dafür ein wesentliches Argument. Typische Gründe PSA nicht zu tragen sind hingegen:

  • Die Wetterschutzjacke behindert die Bewegungsfreiheit
  • Die Handschuhe passen nicht und behindern das Greifen
  • Die Überziehhose rutscht

All das ist mit der Wahl der richtigen Kleider- und Schuhgröße vermeidbar.

Schon gewusst?…Wie auch beim Thema Freizeitkleidung kann bei PSA im Herbst das bewährte Zwiebelprinzip angewandt werden.  Hierbei werden mehrere Lagen Kleidung übereinander getragen und überflüssige Textilien bei Bedarf ausgezogen. Spezielle Funktionsunterwäsche wie die uvex suXXeed kann Feuchtigkeit nach außen transportieren, wo sie durch eine wärmende Fleece Schicht aufgenommen wird. Die äußerste Kleidungsschicht dient dazu, Nässe vom Körper abzuhalten.

Tipp 4: Schützen Sie sich vor plötzlicher Kälte

Sie gehören zum Herbst wie bunte Laubhaufen – Temperaturschwankungen. Dementsprechend ist es ratsam, auf alle Wetter-Kapriolen vorbereitet zu sein.

In Deutschland legt die DIN EN 342 alle Anforderungen an Schutzkleidung gegen Kälte fest. Sie enthält auch Prüfverfahren für die Gebrauchseigenschaften von Kleidungssystemen (ein- oder zweiteilige Anzüge) zum Kälteschutz. Kleidung und PSA nach DIN EN 342 sind für den Einsatz in kalten Umgebungen ab etwa minus 5 Grad vorgesehen und mit dem Piktogramm Eiskristall gekennzeichnet. Eine weitere Norm namens DIN EN 14058 bezieht sich auf Schutzkleidung zum Schutz gegen kühlere Umgebungen, d. h. bis zu minus 5 Grad.

Generell sollten Sie zwischen den Normen DIN EN 511 und DIN EN 342 differenzieren. Sie kennzeichnen Produkte, die sowohl resistent gegen Konvektions- und Kontaktkälte als auch wasserfest sind.

Schon gewusst?…Kältearten, vor denen PSA schützt

Konvektionskälte: Umgangssprachlich wird hier auch von „durchdringender Kälte“ gesprochen. Diese entsteht durch die Bewegung von Luft. In einem Konvektionsstrom steigt warme Luft auf und kalte Luft sinkt nach unten. Dies erzeugt Kälte, die auf Menschen und Objekte in der Nähe einwirkt. Hiervon betroffen sind primär Personen, die sich ganztägig in Bereichen mit niedrigen Temperaturen aufhalten.

Kontaktkälte: Diese Form ist für Beschäftigte relevant, die in Berührung mit kalten oder gefrorenen Gegenständen kommen. Hierbei ist nicht nur die Effizienz der isolierenden und wärmedämmenden Materialschichten von PSA von Bedeutung, sondern auch deren Fühlbarkeit. Letztere bezieht sich auf die Sensibilität einer PSA-Komponente in Bezug auf die vorliegende Arbeitsoberfläche.

Tipp 5: Nutzen Sie atmungsaktive Kleidung

Hierzulande regelt die DIN EN 343 alle Anforderungen an wasserdichte und atmungsaktive Schutzkleidung zum Schutz gegen Niederschlag und Nässe. Hierzu zählen Regen, Schneefall, Nebel oder Bodenfeuchte. Die Bekleidung wird je nach Wasserundurchlässigkeit und Atmungsaktivität in die Klassen 1, 2 oder 3 eingeteilt. Eine höhere Klasse bedeutet einen besseren Schutz vor Feuchtigkeit sowie den effizienteren Feuchtigkeitstransport nach außen. Speziell im Herbst sollten Sie dabei auf eine professionelle Ausrüstung achten, die wärmt und für ein gesundes Körperklima sorgt.

So sind zum Beispiel Fleecejacken bei trockener Wetterlage eine gute Wahl, da sie weich, wärmend und leicht sind. Bei nasskalten Temperaturen hingegen schützen Softshelljacken besser und sind dabei auch noch sehr komfortabel zu tragen.

Tipp 6: Behalten Sie den Durchblick

Beschlagene Brillengläser sind vor allem im nebligen Herbst ein lästiges Problem. Auch das Tragen einer Mund-Nasen-Maske kann für eine getrübte Sicht sorgen. Speziell entwickelte Brillentücher wie das uvex antifog cloth, die sich gleich mehrfach verwenden lassen, schaffen hier Abhilfe.  Wem auch das zu aufwendig ist, der kann zum Beispiel direkt auf eine uvex ultravision Vollsichtbrille mit Anti-Fog-Beschichtung auf der Innenseite zurückgreifen.

Allgemein ist das Thema Augenschutz ein gerne vernachlässigtes Thema. Dabei sollten gerade Sie als PSA-Verantwortliche:r in Ihrem Zuständigkeitsbereich unbedingt auf zum Wetter passende Schutzbrillen achten. Ausreichende Beschlagfreiheit ist immer dann besonders wichtig, wenn Beschäftigte während der Arbeit regelmäßig von drinnen nach draußen wechseln – aber beispielsweise auch bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten. Die Kombination von Nebel bzw. Schnee und Sonne birgt ebenfalls große gesundheitliche Risiken für die Augen. Individuell abgestimmten und getönten Gläsern kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Testen Sie deshalb in diesem Herbst gerne unseren uvex Scheibentönungsberater.

Tipp 7: Kontrollieren Sie Ihre Schutzkleidung

PSA bietet ihren vollen Schutz nur, wenn sie unbeschädigt ist. Daher sollte beispielsweise bei Jacken regelmäßig geprüft werden, ob alle Beschichtungen dicht sind. Hierbei ist es besonders ratsam, Nähte und exponierte Stellen zu beachten. Zudem sollte geprüft werden, ob eine neue Imprägnierung notwendig ist, damit der Wetter- und Windschutz wieder vollständig gegeben ist.

Über weitere Aspekte zum Thema Kontrolle und Instandhaltung der PSA klären wir Sie in unserem Blogbeitrag „7 Fehler, die Sie in Sachen PSA unbedingt vermeiden sollten im Detail auf.

So finden Sie die passende Herbst-PSA

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