Unter Ergonomie wird, im Zusammenhang mit Arbeit, die Optimierung der Arbeitsbedingungen, des Arbeitsablaufes und des Arbeitsraumes verstanden, um den Menschen vor Ermüdung oder gar Schäden zu schützen.

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Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gibt Erkrankungen des Stütz-und Bewegungsapparates als häufige Ursache für Arbeitsunfähigkeit oder frühzeitigem Eintritt in die Rente (wegen verminderter Erwerbsfähigkeit) an. Einen Großteil dieser Erkrankungen betreffen die Gelenke und die Wirbelsäule. Das Auftreten entsprechender Erkrankungen ist unter anderem direkt abhängig von der Art der Bewegung, Kraftaufwand, Lasten, Körperhaltung, Vibration und Ermüdung. In erster Linie wird dagegen mit der Anpassung des Arbeitsablaufes, des Arbeitsraums und der Bedingungen gearbeitet, was allgemein unter Ergonomie am Arbeitsplatz verstanden wird. An Arbeitsplätzen, an denen Sicherheits- und Schutzkleidung getragen werden muss, kommt mit dem Sicherheitsschuh ein weiterer Aspekt hinzu, dessen Einfluss auf den Körper, Bewegungen und letztlich Belastungen lange Zeit nicht viel Beachtung gefunden hat. Studien* konnten zeigen, dass unter anderem die Konstruktion und Gestaltung von Schuhen neben der plantaren Druckverteilung auch die Gelenkwinkel des Beines bis hin zur Oberkörperneigung beeinflussen können. Damit einhergehend kann die Aktivierung der zugehörigen Muskulatur und die Belastungen in den entsprechenden Bereichen verändert werden.
waermebild_schuh_300pxNicht ausreichende Unterstützung und Druck-spitzen können Fußschmerzen verursachen. Aber auch häufig auftretende Probleme im Bereich der Wirbelsäule können aufgrund der Verbindung über Knochen, Gelenke, Sehnen, Bänder und Muskeln schon beim Fuß anfangen. Druckverteilung unter dem Fuß und Gelenkwinkel können neben dem Aufsatz- und Abrollverhalten bereits durch die individuelle Fußform und -position beeinflusst werden. Zu diesen Einflussfaktoren gehören Fußfehlstellungen wie Hohl-, Senk- und Spreizfuß. Schon beim Stehen rufen diese Veränderungen unterschiedliche Druckverteilungen hervor. Zusätzlich auftretende Unterschiede in der Gelenkwinkelstellung können zudem über eine Verschiebung der Hebelarme und Kraftangriffspunkte zu einer Zu- oder Abnahme der Muskel- und Gelenkbelastungen führen. Welche Bestandteile eines Sicherheitsschuhs können diese Auswirkungen beeinflussen?

Sohlenkonstruktion

Der Aufbau der Sohle kann die eben genannten Parameter Druckverteilung und Gelenkwinkel beeinflussen. Über die Form der Sohle kann die Fläche, auf die die Kraft wirkt, verändert werden und somit auch die Druckverteilung. Ebenso können Gelenkwinkel, die bei Bodenkontakt eingenommen werden, variieren. Das gilt sowohl für das Auftreten, als auch für das Abrollen beim Gehen. Häufig werden in den Sohlenkomplex zusätzliche, unterstützende oder führende Elemente eingebaut.  Diese dienen dazu, Fehlstellungen des Fußes zu korrigieren oder den Bewegungsablauf zu kontrollieren, um letztlich Verletzungen oder Überlastungsschäden vorzubeugen. Um beispielsweise eine Überpronation des Fußes einzuschränken bzw. Fehlbelastungen durch diese Bewegung vorzubeugen, werden oftmals mediale, an der Innenseite des Fußes angebrachte, Unterstützungen eingesetzt. Im Bereich des Mittelfußes findet man häufig Verstärkungen, die eine Torsion des Fußes eingrenzen sollen. Das bedeutet die Verdrehung des Vorfußes zum Rückfuß wird eingeschränkt, um vor Verletzungen zu schützen.
Eine ergonomische Sohlengestaltung ist unter anderem auch bei den Sicherheitsschuhen uvex 1 zu finden. Die Sohle hat einen für die Torsion optimierten Mittelfußbereich, Flexkerben für eine erhöhte Flexibilität und einen Drehpunkt zur Unterstützung bei Drehbewegungen auf dem Vorfuß. Insgesamt fördert die Gestaltung der Laufsohle ein natürliches Abrollverhalten von der Ferse über den Außenbereich des Mittelfußes hin zum großen Zeh.

Dämpfung

Ohne zusätzliche Dämpfungselemente sorgt der Körper zunächst in einem gewissen Maße selbst für das Abfangen der Kräfte, die beim Auftreten entstehen. Das Dämpfen erfolgt in diesem Fall über die Verteilung der Kraft auf das natürliche Fettpolster unter der Ferse und weitergehend über die Einstellung der Gelenkwinkel, die je nach Höhe der Kraft stärker gebeugt werden. Je höher die Dämpfung im Schuh, desto geringer ist der Kraftaufwand, den die Muskulatur aufbringen muss, um entsprechende Kräfte zu verarbeiten. Dies gilt auch für die Belastung der Gelenke bis hin zur Wirbelsäule. Das zusätzliche Material sorgt für eine Vergrößerung der Fläche und verringert somit den Druck auf extrem belastete Bereiche.  Erreicht wird Dämpfung über die Art des Materials und die Form der Sohle. Es werden Materialien unterschiedlicher Dichte verwendet. Höhere Dämpfung wird dabei unter anderem durch geringere Dichten oder höhere Sohlenaufbauten erreicht. safety footwear inner sole Bei einer zu hohen Dämpfung, verschlechtert sich der feste Stand im Schuh und muss von Muskel, Sehnen und Bändern stabilisiert werden. Diese Belastung ist bei einem achtstündigen Arbeitstag erheblich und kann auf Dauer Gesundheitsrisiken mit sich bringen. Im Sportschuhbereich werden häufig EVA-Materialien verwendet, die in einigen Fällen auch noch zusätzlich mit Gel- oder lufteinschließenden Elementen versehen werden. Im Sicherheitsschuhbereich werden, abhängig vom Einsatzbereich, häufig PUR- oder Gummi-Laufsohlen verwendet. Im Falle der Sicherheitsschuhserie uvex 1 liegt ein mehrschichtiges Sohlensystem vor, wobei die Mittelsohle aus einem PUR-Material mit geringerer Dichte besteht und somit für optimale Dämpfung sorgt.

Schaft

Der Aufbau und die Materialien des Schafts bei Sicherheitsschuhen beeinflussen maßgeblich das Wohlbefinden während des Tragens. Dazu gehören neben der Passform die Atmungsaktivität  und unterstützende Elemente.  Um das Klima im Schuh für den Träger möglichst angenehm zu gestalten, werden atmungsaktive Materialien verwendet.Sicherheitsschuhe, Das Ziel dabei ist, die Feuchtigkeit, die vom Fuß ausgeht abzuleiten und eine Luftzirkulation zu ermöglichen. Für ein optimales Ergebnis sollte dies durch alle Lagen des Schaftes funktionieren. Zum Wohlbefinden des Trägers gehört auch, Reibung und Druckstellen im Schuh zu vermeiden. Um das zu erreichen, werden beispielsweise gepolsterte Laschen oder Kragen in den Schuh eingearbeitet, damit keine harten Kanten oder Übergänge entstehen. Zur Gewährleistung einer gewissen Stabilität um den Fuß, bieten die uvex 1 Sicherheitsschuhe zudem eine besondere Konstruktion. Die Laufsohle hat hier eine Erweiterung, die sich über den Schaftbereich erstreckt und als Verstärkung wirkt. Damit sorgt die Sohle für Unterstützung um Mittelfuß und Ferse, was vor dem Umknicken und Fehlbelastungen schützt.

Passform

Ein weiteres wichtiges Merkmal, das maßgeblich zur Entscheidung für oder gegen einen Sicherheitsschuh beiträgt, ist die Passform. Dabei spielt wieder die individuelle Fußform eine Rolle, die neben den besonderen Eigenheiten oder Fußfehlstellungen hauptsächlich von der Länge und Weite des jeweiligen Fußes bestimmt wird. Die Fußlänge spiegelt sich grundsätzlich in den normalen Schuhgrößen wieder. Einige Sicherheitsschuhhersteller bieten zusätzlich ein Mehrweiten-System an mit dem Ziel, den Innenraum des Schuhs an verschiedene Weiten anzupassen. Die Umsetzung eines solchen Systems kann über unterschiedliche Leisten erreicht werden oder aber durch Einlagen, die entsprechend den Innenraum eines Schuhs verkleinern oder vergrößern. Zu Grunde liegt beiden Varianten die Messung des Ballenumfangs auf Höhe der Zehengrundgelenke und der Breite des Fußes, gemessen von Groß bis Kleinzehengrundgelenk. Letztlich kann mit dem Mehrweiten-System eine breitere Abdeckung der vielfältigen, unterschiedlichen Fußformen gewährleistet werden.
Insgesamt gibt es also jede Menge Möglichkeiten, um das Thema Ergonomie im Sicherheitsschuh unterzubringen. Wie gezeigt, werden in aktuellen Sicherheitsschuhen schon viele ergonomische Aspekte berücksichtigt. Dennoch wird fortlaufend weiter daran gearbeitet, den Träger in seinem täglichen Arbeitsumfeld bestmöglich zu schützen und zu unterstützen.

* U.Noll. 2011, Dissertation: Möglichkeiten der Prävention von Erkrankungen am Stutz- und Bewegungsapparat durch das Sicherheitsschuhwerk bei Mitarbeitern der Automobilindustrie

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